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Bayernpartei bezieht Stellung zum Allacher Bad

Der Ortsvorsitzende der Bayernpartei München-Allach/Untermenzing, Richard Schöps, fordert den Erhalt des Allacher Bads. Als Grund für die derzeit nur hinausgezögerte Schließung seien politische Motive seitens der Stadt nicht auszuschließen.

Die Kontroversen um das Allacher Sommerbad finden kein Ende. Als einziges der von der Schließung bedrohten städtischen Bäder wurde es 2003 aus Kostengründen von der Stadt geschlossen. Daraufhin übernahm die Bürgervereinigung Allach-Untermenzing den Betrieb des beliebten Freibades. Als Trägerin wurde sie 2006 von der neu gegründeten Allacher Bad AG abgelöst. Fast ausschließlich in der Hand von SPD-Mitgliedern, fungiert diese AG sozusagen als Feigenblatt für OB Ude, der vor fünf Jahren die Schließung des Bads verfügte.

Beim interessierten Betrachter könnte durchaus der Eindruck entstehen, dass politische Hintergründe die Landeshauptstadt zur Schließung des Allacher Bads bewogen haben. Während die aufwändig renovierten Freibäder Maria Einsiedel und Georgenschwaige in traditionellen SPD-Stadtbezirken liegen, befindet sich das Allacher Bad in einem mehrheitlich konservativen Wohnumfeld. Sollte es tatsächlich so sein, dass städtische Leistungen für die Bürger von Kommunalwahlergebnissen abhängig gemacht würden, wäre das schäbig und überdies einer Demokratie unwürdig.

Die Münchner CSU bemüht sich zwar mehr oder weniger halbherzig darum, dass die Stadtwerke das Bad wieder vollständig übernehmen. Es scheint aber so, als ob die Situation mittlerweile nur noch für kommunalpolitische Zwecke instrumentalisiert würde, denn beide Seiten scheinen von diesem Streit zu profitieren. Einerseits kann sich die CSU mit diesem Thema vor Ort profilieren, während andererseits die Vorstände der Allacher Bad AG alles dafür tun, dass das Bad zwar erhalten, aber aus der Münchner Bäderfamilie ausgeschlossen bleibt.

Das Allacher Bad ist letzten Endes nur durch den ehrenamtlichen Einsatz vieler Helfer, aufgrund von Spenden und der wenigen Almosen, die von der Landeshauptstadt gnadenhalber zugeteilt werden, überhaupt noch lebensfähig. Wegen des festgestellten Sanierungsbedarfs ist die endgültige Schließung in nur wenigen Jahren aber absehbar.

Im Gegensatz dazu will die Landeshauptstadt heuer einen Wasserspielplatz in Allach errichten. Die Kosten hierfür werden mit 150 000 Euro veranschlagt. Sicher ist es wichtig, Kindern den Umgang mit der Natur und mit dem Element Wasser spielerisch näher zu bringen. Wichtiger und sinnvoller erscheint es jedoch, eine Freizeiteinrichtung wie das Freibad zu erhalten, von dem nicht nur ein paar wenige Kinder, sondern Tausende von Familien profitieren können.

Die Bayernpartei München fordert deshalb die Landeshauptstadt dazu auf, die für den Wasserspielplatz veranschlagten Gelder für die dringend notwendige Sanierung des Allacher Bades zu verwenden und auf die Errichtung des Wasserspielplatzes, der ebenfalls nur bei schönem Wetter genutzt werden könnte, zu verzichten. Dass diese Summe zur vollständigen Renovierung nicht ausreichen kann, liegt auf der Hand, aber es wäre zumindest mal ein Anfang.