Zukunft ist für alle gut!
Zukunft ist für alle gut! – Damit übermorgen bald schon vorgestern war. Unter diesem Motto steht der Wahlkampfendspurt der Bayernpartei München.
„Wir sind wohl der einzige Wahlvorschlag für die Stadtratswahl, der bisher nichts mit Zukunft plakatiert hat. Insofern haben uns leider die anderen Parteien etwas voraus. Wir haben viel zu sehr darauf gesetzt, den Bürgern Themen zu präsentieren, und den Effekt geschickt plazierter Worthülsen unterschätzt. Und sein wir mal ehrlich: Dieser ganze Bayern-Kram interessiert doch eh keinen“, so der Bezirksvorsitzende Thomas Hummel durchaus selbstkritisch.
Nun habe man jedoch die namhafte Werbeagentur Dynamic Entrepreneurship for Professional Postpendency (DEPP) engagiert, um diese Lücke in der Außerdarstellung zu schließen. „Profil statt Programmatik“ lautet die neue Strategie der BP München.
Und es wird nicht bei Zukunft ist für alle gut! – Damit übermorgen bald schon vorgestern war bleiben. In den nächsten Tagen werden in München neue Plakatserien mit folgenden Slogans aufgestellt:
Wir für euch ist besser als gar nichts!
Auch Bürger sind Wähler!
Schwarz? Rot? Grün? Gelb? Dann lieber weiß-blau! Wir haben wenigstens zwei Farben.
Jetzt reicht’s! Kriminalität verbieten!
BP ist voll cool!
München ist eine kreisfreie Stadt.
Zusammen für Gemeinsamkeit!
Mehr für alle!
Der von Generalsekretär Richard Progl vorgeschlagene Spruch Wir haben den Längsten wurde übrigens nach längerer Diskussion abgelehnt. „Die Bayernpartei sollte sich schon an das Niveau der anderen Parteien anpassen und nicht wieder intellektuell herausstechen. Für den Münchner Kommunalwahlkampf wäre diese Aussage einfach zu kopflastig gewesen“, so der DEPP-Geschäftsführer Albert Aalglatt.
Zudem konnte ein 18jähriges brasilianisches Supermodel engagiert werden. Die Bilder der jungen Frau werden zusammen mit der Aufforderung „Ich zähle auf Ihre Stimme!“ unmittelbar vor der Wahl in ganz München zu sehen sein. Zwar sei die Dame keine Stadtratskandidatin und habe wohl auch noch nie von der Bayernpartei gehört. „Aber sie hat ein sehr sympathisches Lächeln und darauf kommt’s doch an“, bekräftigte Hummel.
DEPP liefert auf seiner Homepage auch gleich die einleuchtende Begründung für diese Vorgehensweise: „Bildet man als Quintessenz letztlich heraus, dass die Chance manipulativ ausufert, kommt man nicht umhin zu erkennen, dass die bedürfnisorientiert versierte Unsicherheit zielbewusst fundiert ist, falls der aufoktroyiert-apodiktische Overkill jede Aussagen ultimativ negiert.“
