» Zurück zur Startseite. «

Bayernpartei München lehnt Moscheebau in Sendling ab

Thomas Hummel, ehrenamtlicher Stadtrat

Gegen die Stimme von Bayernpartei-Stadtrat Thomas Hummel hat das Münchner Kommunalparlament heute den Flächennutzungsplan für den Gotzinger Platz verabschiedet. Damit kann die seit Jahren geplante Sendlinger Großmoschee gebaut werden.

Hummel begründete seine Gegenstimme: „‚Gott mit dir, du Land der Bayern‘ – so beginnt die wohl schönste Nationalhymne der Welt. Sie stellt nicht das eigene Land ‚über alles, über alles in der Welt‘ oder will ‚Äcker mit Blut tränken‘, sondern äußert nur einen bescheidenen Segenswunsch.

Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass Glaube in unserer Welt etwas Positives ist, mag man sich auch über einzelne Inhalte streiten. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass jemand, der öfters in die Kirche oder eben auch in die Moschee geht, vielleicht nicht so leicht ein Intensivtäter oder U-Bahn-Schläger wird wie jemand, dem dieser Halt fehlt.

Es gibt viele Moslems, die in Bayern – um bei der Nationalhymne zu bleiben – ‚Heimaterde und Vaterland‘ gefunden haben, und diese sollen natürlich die Möglichkeit haben, ihre Religion frei, ungestört und nach ihren Vorstellungen auszuüben. Nur besteht diese Möglichkeit doch bereits ohne jeden Zweifel. In München gibt es mehr als 40 Moscheen.

Das Sendlinger Projekt soll auch kein Religions-, sondern ein komplettes Kulturzentrum sein. Besonders wichtig sei es ‚raus aus den Hinterhöfen zu kommen‘ und einen möglichst repräsentativen Bau zu bekommen. Hier muss man aber unbedingt darauf achten, dass die Moschee nicht derart auffällig, aufdringlich und deplatziert wird, dass sie wie ein Fremdkörper am Gotzinger Platz wirkt. Das Ignorieren der Interessen der Anwohner würde Ressentiments fördern und Spannungen provozieren.

Diese notwendige Abwägung wurde in der öffentlichen Diskussion um das Kulturzentrum leider nie getätigt. Darum konnte die Bayernpartei dem Bauplan keinesfalls zustimmen. Gleichzeitig hoffen wir selbstverständlich auf ein gedeihliches Nebeneinander von angestammten Einwohnern und der nun wohl nicht mehr zu verhindernden Moschee.“