Das Münchner Verkehrssystem aus S-Bahn, U-Bahn, Tram und Bus bietet hervorragende Möglichkeiten, die Stadt zu erschließen. Das Netz muss und wird weiter wachsen – hierbei ist jedoch auf die Bedürfnisse der Menschen stärker zu achten und reine Prestigeprojekte müssen zurückstehen. Individuelle und nachfrageorientierte Lösungen können helfen, noch mehr Personen auf den ÖPNV umsteigen zu lassen. Hierfür müssen jedoch Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der Linien verbessert werden.

Die weitere relative Aufwertung des ÖPNV durch die Verschlechterung der Bedingungen für den Straßenverkehr lehnen wir ab. Wir dagegen wollen das Angebot der MVG so attraktiv machen, dass möglichst viele Münchner wegen ihrer Vorteile öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Wir wollen weitere sinnvolle Verknüpfungen der vorhandenen U-Bahn-Strecken und neue Linien vor allem im bisher unterversorgten Münchner Westen. Wir schlagen dazu eine neue U-Bahn-Linie von Fürstenried bis nach Moosach mit einer Streckenführung über Pasing vor. Diese Strecke würde auch die Möglichkeit einer Ringlinie eröffnen, die nahezu alle U-Bahnlinien bereits in den Außenbereichen verbindet und zur Entlastung der Linien in der Innenstadt beitragen könnte.

Für die S-Bahn befürworten wir aus praktischen Erwägungen heraus einen Südring um die Stammstrecke herum, um zum einen den Süden verkehrstechnisch besser zu erschließen und zum anderen die Taktung der S-Bahnen weiter verdichten zu können. Ein zweiter S-Bahn-Tunnel wäre deutlich zu teuer und würde nach den vorliegenden Plänen auch zu einer Absenkung der Zugfrequenz auf der bisherigen Stammstrecke führen. Damit Störungen in einzelnen Stellwerken und Bahnhöfen nicht zu einem Ausfall des gesamten Verkehrs führen, befürworten wir autarke Parallelstrecken und Ausweichgleise.

Die Beschleunigung von Buslinien darf nicht zum Selbstzweck werden. Wir fordern sie dort, wo sie sinnvoll ist – z. B. um eine bessere Anbindung an das übrige Liniennetz zu erreichen. Die Beschleunigung einer parallel zur S-Bahn geführten Buslinie um zwei Minuten für mehrere Millionen Euro, wie sie bereits geschehen ist, kann diesen Zweck nicht erfüllen. Express-Busse (wie der neue X30 zwischen Partnach- und Max-Weber-Platz) mit wenigen Haltestellen und optimierter Linienführung könnten helfen, schnelle Verbindung zwischen Linie herzustellen und als Übergangslösung zu fungieren, während sich größere Projekte noch im Bau befinden.

Nachtverbindungen sind ein wichtiger Faktor, um auf das Auto verzichten zu können. Insbesondere für viele Jugendliche ist dieses Angebot sehr wichtig. Nachts sollten Busse und Bahnen daher zumindest stündlich fahren.